SchorschBlog: 07/2009

21.7.09

Häschen in der Grube

Leider krank ;-( Werd schnell wieder gesund!

17.7.09

Landhaus Rössle

War echt lecker und ich muss schon sagen, hat sich echt gemacht der Schuppen.


Das von innen und außen frisch renovierte Landhaus erstrahlt wirklich in neuem Glanz. Nachdem ich den alten Gasthof noch kenne, muss ich durchaus sagen, dass hier eine Verwandlung von einer kleinen, grauen Gans zum weißen, stolzen Schwan stattgefunden hat. Die Innenausstattung ist jetzt sehr gemütlich, geradlinig, fast puristisch, dennoch wurde der Charakter des alten Wirtshauses erhalten. Gefällt mir sehr gut. Wirklich gelungen!
Vor dem Essen (ich entschied mich für das 4 Gang-Menü) wurde zu frischem Brot Olivenöl aus Italien und Meersalz gereicht. Wie ich am Nachbartisch mitbekommen habe, wäre aber auch die klassische, gesalzene Butter oder sogar das bekannte Gänseschmalztöpfchen kein Problem gewesen. Guter Service.
Dann ging es los mit dem ersten Gang: Variation von Edelfischen (in meinem Fall Loup de Mer, bretonischer Hummer, Seeteufel und Jakobsmuschel) an Gurken-Dill-Salat und Blattsalaten. Sehr gelungen, auch schön, dass nicht nur der Fisch in Variationen, sondern auch der Gurkensalat in verschiedenen Texturen daher kam. Als Julienne mit Dill-Vinaigrette, als Würfelchen mit Sahne-Dill-Dressing, als Dill-Dipp. Die Blattsalte waren frisch und alles recht nett angerichtet. ABER: Bereits beim ersten Bissen wurde klar, dass hier jemand sein Handwerk versteht. Die Vorfreude auf die weiteren Gänge wuchs also.
Weiter ging's mit einem Pilzragout an gerösteten Serviettenknödeln und gebratenem Speck. Hier wurde nun endgültig klar, dass in Sachen Geschmackskomposition hier irgendwo der Hammer rumhängt. Ganz tolle Kombination, wunderbar gewürzt und einfach lecker.
Zwischendrin ein Wort zum Service. Sehr zuvorkommend, die Damen, sehr nett und irgendwie wurde mir zwei Mal nachgeschenkt, ohne, dass ich es bemerkt hatte. Beeindruckend, vorallem, weil nichts aufgesetzt wirkte und ich jederzeit bestens umsorgt war. Hier nur ein kleiner Makel: Die in den Gastraum integrierte Rezeption wird nach wie vor von der Senior-Cheffin besetzt, die eine unglaublich nette und fürsorgliche Dame ist. Dennoch fühlte ich mich den ganzen Abend von dieser Warte aus wie von einem Adlerhorst beobachtet. Hier wäre etwas weniger mehr.
Zurück zum Essen und zum dritten Gang, Zweierlei vom Wildschwein mit Gemüserisotto an Rieslingschaum. Dieser Gang war auf einem wirklich hohen Niveau der schwächste des Abends. Obwohl handwerklich wuderbar zubereitet und fehlerfrei in Geschmack und Präsentation, haben mir persönlich die beiden Vor-Gänge besser gefallen.
Das Dessert bestand aus einer Zusammenstellung von Wald- und Wiesenbeeren gratiniert mit Topfenmouse, das begleitet wurden von einem Zitruseis. Der Gag: irgendwo waren in dem Dessert "Knisterteile" versteckt. Und so kam es, dass in meinem Mund nicht nur die Gegesätze von Heiß und Kalt ein wunderbares Spiel trieben, sondern es auch noch überall Knisterte. Tolle Idee, nette Überraschung und zudem noch unheimlich lecker.
Alles in Allem war ich begeistert. Ich würde sagen, dass das Landhaus Rössle mit dem neuen Koch einen unglaublichen Sprung gemacht hat (nicht umsonst hatte er wohl an seinem letzten Arbeitsplatz einen Michelinstern eingeheimst) und sich nahtlos ins Feinschmeckerparadies Hohenlohe eingliedert. Bis zu den Sternerestaurants ist es zweifelsohne noch ein kleines Stück zu gehen, aber der Weg ist klar und mal schauen, wo Herr Kunz landen wird. Bei mir konnte er jedenfalls landen und ich werde noch des öfteren hier zum Geniessen vorbeischauen. Respekt!


Kritik gibts auch hier.