SchorschBlog: 04/2010

29.4.10

Rassistische Rhetorik

Da hab ich doch mal wieder bei wirres.net einen wunderbaren Blogpost von Herrn Schwenzel gefunden. Lesenswert durchaus beides, sowohl der Post von wirres.net (vorallem der letzte Absatz) und aber zumindest Zwecks der Meinungsbildung auch der angesprochene Artikel aus der Zeit (darf man das beugen? naja, vielleicht müsste es auch heißen "… aus die Zeit").

Umfrage zur Innovationskultur in Deutschland

Ein Überbleibsel der re:publica hab ich jetzt mal noch rausgekramt, vor allem weil diese Umfrage nur noch bis Mittwoch läuft und ich doch jeden der das hier liest, bitten möchte, daran teilzunehmen.

Die Umfrage behandelt folgende Themenfelder:
- Internet Governance
- Medienpolitik
- Innovation
- Privatsphäre und Datenschutz
- Schutz geistigen Eigentums

Die Ergebnisse der Umfrage werden Ende Mai veröffentlicht. Vieleicht habts ihr ja Lust.

28.4.10

Wie nutzen Deutschlands größte Marken Social Media?

Eine Studie der Uni Oldenburg beschäftigt sich mit der Frage, wie Deutschlands größte Marken Social Media nutzen. Interessante Details: 60% der 100 größten Marken nutzen Social Media. Twitter ist der beliebteste Dienst. "Der Spiegel" belegt mit 1.400 Tweets in zwei Wochen einen Spitzenplatz. 5% der in Social Media aktiven Marken machen alleine 54% aller Aktivitäten aus.

Wenns euch interessiert, echt lesenswerte Studie. Für mich bleibt vor allem hängen, dass ich mich hier bei meinem Arbeitgeber darauf freue, was wir in diese Richtung unternehmen werden…

23.4.10

Social Media in Plain English

Tolle Erklärung für alle, die zwar English können, aber noch nicht ganz wissen, wofür dieses "Social"-Zeux eigentlich gut ist. Dank an Uwe für den Tipp!


18.4.10

The day after

re:publica 2010.
Erstens war es unheimlich informativ.
Zweitens hab ich noch ein paar Mitschriebe, die ich aber erst aufarbeiten muss um die hier zu posten.
Drittens wars ein Mega-Spaß (siehe auch http://bit.ly/cYKmvp)
Und damit man mir auch wirklich glaubt, dass ich da war …


17.4.10

Warum das Internet scheiße ist …

Felix Schwenzel und Bov Bjerg
Eigentlich wollte Felix ja ein Thema nehmen, das garantiert auf der re:publica sonst niemand betrachtet. Nix wars. Aber jetzt muss er es eben doch durchziehen. Zusammen mit Kollege Bov redet er über die Abmahnung welche beide bekommen haben, weil sie einen Verlag etwas böses genannt hatten. Naja, zunächst redet (liest) eigentlich nur Bov. Er stellt seine These auf, das Internet sei an der breitesten Stelle genau 7 Argumente breit.

jetzt muss darf endlich Felix. Er referiet über Dinge, die er am Internet hasst ...
#wer sagt, dass etwas nervt, nervt
- peter turi
- spam
- kommentare
- bloggen ist Punk
- adnation
- Menschen, die sagen "der blog"
- "dieses video ist nicht in deinem Land verfügbar"
- flash
- talkshows übers internet
- twitter portrait mods
- kompliziert
- captchas

Dann spricht Felix darüber, was das internet in verschiedenen Altersklassen eigentlich "ist".
#wir kennen viel zu wenig vom internet
#wer das internet kritisiert, blendet das meiste aus.
- "Verblödung scheint ein gesellschaftlicher Trend zu sein"

--> hat nicht alles, was am internet kritisiert wird, auch eine Entsprechung in der realen Welt
--> wer das internet kritisiert, kritisiert die Welt

wir
- müssen mehr Opposition, Widerspruch zu den Themen im Internet fordern und fördern.
ergo: warum das Internet scheisse ist? Weil die Welt scheisse ist.

Podiumsdiskussion zum Thema "Kann denn Freiheit grenzenlos sein?"

mspro als Moderator zwischen blom und Dirk Baraneck
Es geht zunächst darum, was im Internet gezeigt werden darf, oder nicht. Blom nimmt hier den Standpunkt ein, dass ALLES im Netz zirkulieren darf. Baraneck hat kein Problem mit Pornographie, aber auf jeden Fall mit NS-Material.

Als nächstes wird blom zur allgemeinen Erklärung der Menschenrechte befragt. Dem Dokument stimmt er generell zu, jegliche Einschränkung, alle Grenzen lehnt er jedoch ab.
Muss Freiheit nicht Grenzen haben?

blom: wer sich im Netz angegriffen fühlt, ist selbst schuld, weil er ja diese Angriffe nicht lesen muss.
baraneck: ich möchte aber sowas nicht im Netz lesen und auch nicht, dass andere sowas über mich im Netz lesen.


Zum Staat
Baraneck: Internet ist ein Medium wie jedes andere. Und somit hat der Staat Regelunge ge- und zu schaffen. Der Raum Internet muss andere Schützen, es kann nicht das Recht des Stärkeren gelten. "Ja, ich fordere den Einmarsch der UNO ins Internet!"

blom: eine "Nordkoreanisierung des Internet kann nicht sein".
baraneck: "wir sind alle Internetverstrahlt. Ich denke wir sollten für Teile des Internet über eine Endlagerlösung nachdenken."
Es schließt sich die Fragestunde an:
Themen hier: KiPo, facebook, nochmals Menschenrechte, Inselbildung durch andere Regelungen in Deutschland.

16.4.10

This object cannot be liked

Prof. Dr. Miriam Meckel
Miriam ist ein Fan des Zufalls (Genius) und von Empfehlungen (amazon). Hier unterstützt und ein Algorithmus bei der Entscheidungsfindung. Die Frage die sich dabei stellt ist: Können Computer eigentlich denken? Wenn Sie das könnten, wäre nämlich der Zufall echt und dann würde die Sache interessant. Bislang ist das Erzeugen von Zufall nicht möglich. Der Computer berechnet den Zufall.

Die schlimmst mögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein. Und dieser Zufall ist vom Menschen auch gewollt, weil sich sonst keine weiteren Veränderungsmöglichkeiten ergeben würden. Nur durch Zufall kann Innovation entstehen.

Die Kunst des Dramatikers besteht darin, in einer Handlung den Zufall möglichst wirksam einzusetzen.

Dr. Meckel propagiert die Möglichkeit der Anonymität als Voraussetzung für freie Entwicklung und Entscheidung. Im Überwachungsstaat ist der Mensch für die Gesetze da und leider nicht umgekehrt. Wo sind in einer völlig überwachten Gesellschaft Entscheidungsspielräume? Was mache ich mit zu viel Wissen? Ist die vollständige Information die Aufgabe des Zufalls wert?

Der Mensch ist aber unberechenbar und nicht deterministisch. Das Chaos ist der Urzustand und Ordnung gilt als Ausnahmesituation.

Träger einer dramatischen Handlung sind Menschen.

Das Netz birgt die Gefahr, dass man sich nur den Informationen aussetzt, welche der eigenen geneigten Meinung entsprechen. Dies könnte zu einem "soziale Locked-In-Syndrom" führen.

Die Dramatik kann den Zuschauer überlisten, sich der Wirklichkeit auszusetzen, aber nicht zwingen, ihr standzuhalten oder sie gar zu bewältigen.

Revolution im Kopf

Götz Werner
Ein Vortrag über Gesellschaft und Arbeit, Einkommen und Arbeit, über Sinn und Wertschätzung über Grundeinkommen und Besteuerung, den Wandel vom Sollen zum Wollen und unsere geprägte Sicht auf diese Themen.

"Freiheit ist nicht tun zu müssen, was man soll" (Rousseau)
"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtng ändern können" (unbekannt)

Wie ich fand ein sehr interessanter und fesselnder Vortrag über unsere Gesellschaft.

"Wer will, findet Wege - wer nicht will, findet Gründe"

15.4.10

Unbequem, sperrig, unausweichlich - Über die verfassungsrechtliche Notwendigkeit eines spezifischen Jugenddatenschutzgesetzes und seine Konsequenzen

Stephan Dreyer

Ein schwieriges Thema in der Community. Stark diskutiert. Auch ich bin mir hier noch nicht sicher. Deshalb der Disclaimer: Die folgenden Zeilen geben eine Zusammenfassung des Vortrags von Stephan Dreyer wieder und nicht unbedingt meine persönliche Meinung.

Stephans These ist, dass das Internet bereits Werkzeuge bietet um Jugentliche und Kinder vor den Gefahren des Netzes zu schützen.
Das Einstiegsalter geht immer weiter nach unten. Momentan sieht Stephan den signifikanten Einstieg bei etwa 9 Jahren. Kinder und Jugendliche probieren sich in diesem Alter immer wieder neu aus und überschreiten natürlich wissend und suchend Grenzen. Diese Suche läuft auch unterbewusst ab. So bildet sich nach und nach die eigene "Identität". Später besteht kaum eine Möglichkeit die gesammelten Eindrücke wieder rückgängig zu machen. Eine Momentaufnahme einer Person aus dieser Phase des Suchens ist ein hochgradig instabiler Persönlichkeitsschnappschuß der späteren stabilen Identität.

Der Gesetzgeber bietet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung (Schutz der eigenen Daten und der Persönlichkeitsentfaltung). Recht auf Person sein. In der Praxis gibt es den Grundsatz der Datensparsamkeit (nur speichern, was absolut notwendig ist). Niemand darf Daten einer Person verarbeiten, wenn ich nicht eingewilligt habe.

Außerdem gibt es einen verfassungsrechtlichen Jugendschutz. Schutz vor Störungen einer freien Persönichkeitsentwicklung (hier durch Medieninhalte). Recht auf Person werden. Im Prinzip geht es darum, das Medieninhalte Menschen in Ihrer Entwicklung negativ beeinflussen. In der Praxis hat der Gesetzgeber dafür zu sorgen, solche Inhalte von den entsprechenden Benutzergruppen fernzuhalten.

Die im Rahmen der Entwicklung entstehenden Infos und Daten unterliegen einem bisher nicht beachteten, spezifischen Schutz der Verfassung, lediglich eine Kombination von den vorhergenannten beiden Grundsätzen führt zum Schutz. Einen spezifischen Schutz gibt es leider nicht.


Neue Gefährdungen erfordern neue rechtliche Schutzräume.
Die Alternative - Nutzungs- oder Zugangsbeschränkungen - stellen einen Eingriff in die Persönlichkeitsentwicklung der Herandwachsenden dar.
Der Anknüpfungspunkt der Einsichtsfähigkeit reicht nicht aus.

Die Forderung ist eine Debatte darüber, dass wir einen Jugenddatenschutz benötigen.
Die große Frage ist die Ausgestaltung dieses Schutzes.rp10

Stephans Theorie ist, dass die 10er-Jahre das Jahrzehnt des Datenschutzes werden.

Was ich mir glaub in diesem Zusammenhang mal anschauen muss, ist das Projekt vom kika.

Netzneutralität in Deutschland - Podiumsdiskussion

Constanze Kurz (CCC), Cara Schwarz-Schilling (Bundesnetzagentur), Falk Lüke und Thorsten Schilling

Eine Diskussion mitzuprotokollieren ist immer schwierig. Deshalb habe ich hier die wesentlichen Aspekte und Fragen zusammengefasst und kaum Ausführungen dazu gepostet. Wer von mir wissen möchte, was die Damen und Herren auf dem Podium konkret zu den Fragen gesagt haben, kann mich ja gerne fragen ...

Angesprochene Themen:
Was ist Netzneutralität per Definition?
--> Unveränderbarkeit und Nichtüberwachung der über die Datenleitung übertragenen Daten.

Wie stehen die Diskussionsteilnehmer dazu?
CCC fährt natürlich eine sehr harte Linie. Auch die Bundesnetzagentur macht sich stark für das Thema. Als Beispiel wird hier Skype und Mobilfunkanbieter genannt.

Kann der Wettbewerb die Mobilfunkkonzerne dazu bringen, etwas zu ändern?
Heftige Diskussion darüber, wer dafür zuständig ist, die Netze und deren Angebote und Nicht-Angebote zu kontrollieren. Fast niemand weiß, was genau die Anbieter mit den Leitungen machen, welche Ports gedrosselt sind, welche nicht ...
Wer überwacht die Geschäftsmodelle und Vertragsfallen der Anbieter? Gibt es konkrete Lösungsansätze von der Bundesnetzagentur zu diesen Themen.

Wird die Netzneutralität geopfert, um Breitbandverbindungen aufs platte Land zu bringen?
Muss der Markt funktionieren, oder ist es Aufgabe des Staates das Grundrecht auf Information zu wahren?

Verstößt der Medienstaatsvertrag gegen die Netzneutralität?

US-Media: Tales from the Battlefield. - Mark Glaser and the American Media Landscape.

Mark Glaser, Wolfgang Blau und Kristin Zeier
Podiumsdiskussion über die Trends der Medien in den US. Glaser sieht eine große Chance in der Zusammenarbeit von traditionellen "echten" Journalisten und den Bloggern. Es wird kein Konflikt und keine Krise in dem "Kampf" zwischen frei erstellten Inhalten und klassischen, kommerziell erstellten Inhalten. Aber es muss ein neues Businessmodel gefunden werden, mit welchen diese Inhalte vertrieben werden können. Die Frage ist, was macht meine Inhalte speziell. Was hebt mich von Anderen ab.

Glaser glaubt an die selbstheilungskräfte des Web. Er denkt, dass Artikel, welche nicht aufgrund einer freien Meinung, sondern "gesponsert" erstellt werden (Bewertungen, …) sehr schnell durch die Community entlarvt werden.

Erfolgreiche Geschäftmodelle in den US:
spot.us
freelancer stellen ihre Artikel in dieser Plattform ein und Zeitungen können oder User können diese Artikel dann "kaufen".

barista
raus aus dem eigentlichen Geschäft beraten Firmen wie Batista ihre Leser und Kunden weiter um z.B. herauszufinden, wie ein lokaler Handwerker, welche bei Batista ist, sein Geschäft erweitern kann, indem er Online-Werbung macht und noch mehr Kunden erreicht.

- real-time ads on twitter
- real-life cruises
- Sponsoren Tweeds on twitter

Unterschiede zwischen der US-Media Landschaft und der deutschen.
Deutsche mögen Print. Aber auch hier wird darüber nachgedacht, Inhalte online zu bringen. Hier sind die US aber weiter. Deutsche sind sehr viel mehr auf ihre Privatsphäre bedacht. Deutsche Medien sind wesentlich weiter vom Kunden weg und sprechen nicht die Sprache der Menschen auf der Straße.

Auch Public Media 2.0 muss sich an die klassischen journalistischen Regeln halten, aber sehr viel weiter "unten" am Kunden. Der User möchte nicht vorgeschrieben bekommen, was er zu lesen hat oder was er zu hören haben will. Der Fokus muss sich verändern vom vorgeschriebenen Konsum zum "wir, die Medien helfen Dir im Informationsdschungel das zu finden, was Dich interessieren könnte." Hierbei werden Kooperationen zwischen den großen Medienkonzernen immer mehr ans Tageslicht kommen.

In den US reagieren die Universitäten und bieten Studiengänge an, die Computerwissenschaften und Journalismus verbinden um dem Wandel gerecht zu werden.

Diskussion zum iPad kurz zusammengefasst: Glaser sieht das Gerät als perfekte Lösung, um zu Hause jemandem kurz etwas zu zeigen, wie Fotos, Texte, etc. Für den Medienbereich sieht er aber den zwanghaften Zug der Medienkonzerne eine IPad-App zu bauen als nicht sinnvoll. Er meint, die Konzerne sollten zunächst danach schauen, ihre normalen Online-Aktivitäten in den Griff zu bekommen und sich dann ein geeignetes Geschäftsmodell für das iPad zu überlegen.

Web2.0 Kritik und Politik der Netzkultur

Geert Lovink
In seinem Vortrag geht der gute Mann darauf ein, worüber im netz gebloggt wird, und wie sich die Themen im Laufe der Zeit verändert haben.
Internet verändert sich von der Archivkultur weg zur Livekultur. Das Echtzeitnetz startet durch und wird die Zukunft beherrschen.

Sollten wir Kinder weiter unterrichten, oder lassen wir sie einfach nach Wissen im Netz suchen (was sie sowieso schon machen)? Macht uns das Netz immer dümmer, da wir auf gespeichertes Wissen nicht mehr angewiesen sind?

Dann zur Kritik an der Netzkultur. Leider zeigt sich auch im so "freien" Netz immer wieder, das "frei" sehr oft "ich möchte alles frei, aber meins ist meins!".

Ein Problem des Netzes ist, dass wir keine ausreichenden Filter für Informationen haben, nicht dass wir zu viele Informationen haben.

Die Überprüfung des Netzes übernehmen zunehmend Bots, da die Flut des neu-erstellten Wissens und der neu hinzukommenden Informationen pro Tag nicht mehr durch Webseitenbetreiber zu überblicken ist.

How to survive a shitstorm?

Sascha Lobo
Muss man glaube ich gesehen haben und erlebt haben. Natürlich bekommt der Sascha Lobo einen nicht zu unterschätzenden Promibonus mit, aber ich muss schon sagen, dass das ziemlich unterhaltsam war, was da im Friedrichstadtpalast abging. Er verkauft sich einfach gut, betreibt für sich wunderbares Marketing und weiß genau was er da macht (Zitat marmitz).

401ter Post: Berliner Mädel Nachts auffer Straße

"Wir ham grün, kannste loofn!"

14.4.10

Auf der Überholspur zum Stoppschild - Politiker reden über Datenautobahnen

Martin Haase
Politiker nutzen gerne Metaphern für Dinge, über die nicht sprechen möchten, oder über die sie (z.B. aus Unwissenheit) nicht sprechen können.
Im Vortrag von Herrn Haase geht es zunächst darum zu klären, wer denn den Begriff Datenautobahn erfunden hat. Weder Riesenhuber noch Al Gore sind wohl als Erfinder zu nennen, sondern die Newsweek in einem Artikel aus dem Jahr 1983.
Jetzt endet diese tolle, schnelle Fahrt wohl leider vor einem Stopp-Schild, weil (so Zitat von Frau Eigner) wir ähnlich der Regeln im Straßenverkehr auch Regeln für die Datenautobahn notwendig werden.
Durch verschiedene Zitate von Politikern, in welchen sie Metaphern aus dem Bereich des Verkehrs und des Raumes und der Gesellschaft sprechen, zeigt Haase, wie weit das Verständnis dieser Politiker bereits fortgeschritten ist. Das Handelsblatt spricht hierbei wohl von der "Generation 0.0" (und die BEIDE Nullen sind beabsichtigt).
Die Metaphern der Politiker schwenken in letzter Zeit nun immer weiter in Bereiche von "Werkzeugen" und "Tatmitteln" mit denen man böses tun kann.

Dabei wird schon in der Sendung mit der Maus wunderbar und kinderleicht erklärt, wie denn das Internet so funktioniert.

Bloggen und Recht - Workshop zu den rechtlichen Aspekten des Online-Publizierens

Thorsten Feldmann und Henning Krieg

Was jeder tun sollte:
Impressum erstellen. Gehört dazu. Aber wie gesagt (siehe unten), in Deutschland gibt es eigentlich keine Handhabe gegen jemanden, der kein Impressum hat und privat blocht. Wenns geschäftsmäßig läuft, dann sieht die Sache anders aus. Trotzdem machen, vielleicht besser so. Problem ist aber, dass ich als User bei manchen Plattformen (Twitter, …) gar kein Impressum erstellen kann. Hier sollte man einen Link auf ein anderes Medium posten, um der Impressumspflicht nachzukommen. Auch ein Facebook-Profil (z.B. bei Firmen) benötigt ein Impressum. Rein gehört, Name und Adresse. Wenn Geschäftsmäßig, dann EMail und Telefonnummer. Wenn mit journalistisch-redaktionell gestalteten Angeboten auch Name und Adresse des Verantwortlichen.
Impressum als Bild (um nicht gecrawlt werden zu können) reicht nach Ansicht der beiden Herren hier aus.
Wer noch genauere Fragen hat, ist bei anbieterkennung.de und bei linksandlaw.de gut beraten.

Datenschutz
Blogbetreiber sind Dienstanbieter, nicht Nutzer. Deshalb gibt es kein Recht auf Anonymität. Sie haben sich an den Datenschutz zu halten und dürfen keine personenbezogenen Daten veröffentlichen. Zudem hat der Blogger die Pflicht zur Privacy Police. Tools wie Google Analytisch sind in den Augen von Datenschützern illegal. Daten der Leser dürfen grundsätzlich nicht erhoben werden. Man unterliegt der Auskunftspflicht, welche Daten gespeichert wurden und muss gespeicherte Daten wieder löschen. Vorlagen hierzu gibt's unter www.law-blog.de.

Urheberrecht / Leistungsschutzrechte
Potentiell ist alles Urheberrechtlich geschützt. Man sollte bei der Übernahme von Texten, Fotos, Videos, Plänen, Linksammlungen, RSS-Feeds generell über das Urheberrecht nachdenken. Fotos sind aber urheberrechtlich sehr bedenklich. Quellenangaben reichen nicht! (sind sogar noch schädlich, weil man signalisiert, dass man über den Rechtsverstoß bescheid wusste). Daumenregel Nummer 1: Verlinke nie auf etwas, von dem du weißt, dass es rechtswidrig ist.
Zitieren ist grundsätzlich erlaubt, wenn Quellen genannt werden. Das Zitatrecht ist dazu da, um sich mit etwas auseinanderzusetzen. Soll heißen: Wenn ich etwas zitiere, dann der Sache wegen. Dann sind auch Bildzitate möglich, ein Still aus einem Film z.B., wenn ich in meinem Beitrag auf diese spezielle Szene eingehe. Im Zweifel für den Urheber.

Persönlichkeitsrechte
Es gibt das allgemeine Persönlichkeitsrecht, ein Unternehmenpersönlichkeitsrech, das Recht am eigenen Bild und das Namensrecht. Dieses Recht gilt für Personen, die leben, oder noch nicht länger als 10 Jahren Tod sind.

Das allg. Persönlichkeitsrecht schätzt Personen vor Tatsachenbehauptungen und Werturteilen. Man sollte deshalb immer versuchen, keine Tatsachenbehauptungen auzustellen, sondern die TB in Meinungsäußerungen umzubiegen.
Bei wahren Tatsachenbehauptungen ist die Veröffentlichung unzulässig, wenn die Privatsphäre oder Resozialisierungsmaßnahmen betroffen oder eine Prangerwirkung eintritt. Tatsachenbehauptungen, die ich nicht beweisen kann, gelten automatisch als Lüge und dürfen nicht verbreitet werden.

Werturteile
Beleidigungen sind nicht zulässig. Auslegungssache der Juristen ist natürlich, was denn eine Beleidigung darstellt.

Dann musste ich leider den sehr interessanten Workshop verlassen, weil ich noch zu Martin Haase wollte ….

Jeff Jarvis auf der re:publica

Wohl toller Vortrag (war nicht selbst da, aber die Kollegen berichteten), aber auch andere schreiben über Jeff. So z.B. n24.

Spielregeln für den zweiten Lebensraum - Kleines Rechts-ABC für Blogs, Foren und soziale Netzwerke

Udo Vetter. Ich hoffe, der gute Herr Vetter verklagt mich jetzt nicht, weil ich über seinen wirklich tollen und aufschlußreichen Vortrag blogge. Alles was da unten steht, ist als Zitat zu sehen und ich werde es wohl nicht schaffen, das Zitat mit meinen eigenen Worten zu übertreffen. So hoffe ich auf Herrn Vetters Verständnis und danke für den tollen Vortrag.

Es gibt Beamte, die rund um die Uhr das Internet anlassfrei überwachen. Strafanzeigen sind seit der über so genannte Online-Wachen Anzeigen zu erstatten, exponentiell gestiegen. Soziale Netzwerke sind Standardinformationsquellen für Ermittlungsbehörden. Hier werden durchaus auch große Erfolge erzielt (Bei den Ermittlungen zu einer Diskoschlägerei wird über Facebook geklärt, mit wem der Angeklagte "gut kann" und mit wem nicht). Auch der Jugendschutz ist aktiv bei der Kontrolle des Internet (Blogs). Hierbei ist natürlich leider nicht immer klar zu erkennen, ob derjenige, der über irgendetwas blocht auch Urheber der Information, des Filmes, der Texte ist, welche er auf seinem Blog veröffentlicht. Falschermittlungen sind die Folge.

Jetzt aber zu den "Spielregeln"
Brauche ich ein Impressum auf meiner Website? Eigentlich nur, wenn man eine Website geschäftsmäßig betreibt. Aber: Wer regelmäßig schreibt, benötigt ein Impressum. Benötigt werden Name, Adresse und Email. Telefonnummer muss nicht sein. Die gute Nachricht ist allerdings: Wenn es nicht gemacht wird, kann einem keiner was! Es gibt hierzu (wenn nicht wirtschaftliche Tätigkeit vorliegt) in Deutschland keine Handhabe für Sanktionen. So lange das Wettbewerbsrecht nicht greift, kann man nicht abgemahnt werden. Es kann höchsten ein Anhöhrungsbogen von einer Aufsichtsstelle zugeschickt werden, die machen Impressumspflicht aber auch nur nebenher und sind deshalb in solchen Dingen nicht allzu firm.
Anonym Bloggen ist nicht ganz rechtens, aber wird nur in absoluten Ausnahmefällen verfolgt.

Fremde Fotos: Man darf nicht einfach Fotos kopieren und verbreiten. Quelle und Urheber sind nicht ausreichend. Wenn man fremde Fotos nimmt, begeht man eine Urheberrechtsverletzung. Fremde Fotos sind immer geschützt. Ohne Freigabe keine Veröffentlichung.

Party Bilder: Wer Fotos von Menschen veröffentlicht, auf denen andere Menschen drauf sind, darf das nur mit Zustimmung der abgebildeten Personen. Sonst Verstoß gegen das Persönlichkeitsrechts. Ausnahme sind hier zufällig auf einem Foto vorkommende Personen.

Zitate: Zitate müssen so eingebunden werden, dass der umgebende Inhalt den Hauptteil des Postings darstellt. So sollten zumindest die eigenen Worte den Zitattext an Länge übertreffen. Links zu den Orginalstellen helfen aber oft, da ja so ein Link auch Besucher für den Urheber bringt und somit ein positiver Aspekt auftritt.

Links sind keine Zitate! Wer verlinkt, hat normalerweise keine Probleme.

Bildzitate sind ganz normale Zitate und keine Bilder, wenn es dazu dient die inhaltliche Auseinandersetzung zu unterstützen. Wird aber in der Regel gegen den zitierenden Entschieden.

Urheberrecht ist keine Einbahnstraße. Oft geht es inzwischen nicht mehr nur darum, dass Zeitungen, Fernsehsender, Magazin einige Blogger verklagen, weil der Blocher Material von den Medien veröffentlicht, sondern gerade anders herum veröffentlichen immer mehr Medien Inhalt von Blogs ohne Quellenangabe.

Weitere Spielregel: Schreibe nichts im Netz, was du demjenigen, über den du schreibst nicht auch ins Gesicht sagen würdest. Zudem muss deutlich unterschieden werden zwischen "Tatsachenbehauptungen" (müssen überprüfbar sein), Meinungsäußerungen (persönlicher Bezug) und Beleidigungen. Tatsachenbehauptungen sind im Zweifelsfall zu beweisen! Dies gilt auch für Kommentare. Der Bogger ist verantwortlich für Kommentare auf seiner Seite. Also: wenn man sich mit Kommentaren nicht wohl fühlt, dann löschen!
Meinungsäußerungen werden aber sehr offen gehalten, vokalem, wenn öffentliches Interesse vorliegt. Die freie Äußerung der persönlichen Meinung ist ein sehr hoch gehaltenes Gut.
Nur eine Fragezeichen am Ende einer Tatsachenbehauptung macht diese nicht zu einer Meinungsäußerung (ich habe gehört … stimmt das?).

Fliegender Gerichtsstand im Internet: Es kann immer dort verklagt werden, wo auch gelesen werden kann. Deshalb können potentielle Kläger auch dort klagen, wo Spezialisten sitzen, die mit dem Thema Blogging und ähnlichem Erfahrung haben.

Haftung für Kommentare: Wer seine Kommentare nicht liest, kann dafür nicht haftbar gemacht werden, da der Blogeigentümer davon keine Kenntnis hat. Seit gestern gibt es aber hierzu anderslautende Präzedenzfälle. Das Gesetz sagt aber: Ohne Kenntnis keine Schuld. Wenn Kenntnis vorliegt, dann Haftung.

Eines noch: Disclaimer und Haftungsausschlüsse sind in der Regel wirkungslos und sinnlos. Sie führen eher schädlich für den Blogger dazu, dass er zugibt, dass auf seiner Website illegale Inhalte stehen könnten.

La résistance - Was Kollaboration und Coworking mit selbstbestimmten Leben zu tun haben.

Sebastian Sooth. Toller kurzweiliger Vortrag zum Thema Kollaboration und Coworking. War bis dato der Beste. Hier nehm ich auf jeden Fall was mit. Unter anderem muss ich mir glaub das Buch "Morgen komm ich später rein" von Markus Albers kaufen.

Coworking:
gleichzeitiges arbeiten, auch an unterschiedlichen dingen in kreativer Atmosphäre im halböffentlichen Raum.
62% der Erwerbstätigen wünschen sich Home-Office. 10% haben die Möglichkeit.
Beispeil BestBuy:
4000 Mitarbeiter erledigen ihre Arbeit wann und wo sie wollen und ohne Meetings. Dies hat zur Folge, dass die Personalkosten sinken und die Produktivität steigt.

Ergebnisorientiertes Arbeiten:
Freie Entscheidung über alle Arbeitsfaktoren (was, wann, für wen, warum, …) Nur das Ergebnis zählt.

In Berln und anderen Städten gibt es Coworking Orte, an denen Menschen aus verschiedenen Firmen zusammenkommen, um zu arbeiten. Firmen benötigen kein Firmengebäude mehr, Mitarbeiter gehen in verschiedene Coworking Orte und treffen sich dort mit Anderen.Es besteht hier also die Möglichkeit zum Austausch und zur Gestaltung neuer Ideen
Manche dieser Arbeitesorte sind abends Galerie, tagsüber Coworkingorte. Dies führt zu einer effizienten Nutzung von Räumen in Gebieten, in denen die Ressource "Platz" sehr eng bemessen ist.
Um ein Coworking zu optimieren, werden Tools benötigt (die gibt's ja schon größtenteils im Netz), welche die Prinzipien des ergebnisorientierten Arbeiten und des Coworking auch unterstützen. So geben manche Tools über Anwesenheitslisten Auskunft darüber, wer sich gerade mit mir gemeinsam in diesem Coworking Raum befindet und welche Fähigkeiten dieser Mensch denn hat.

A Twitter Revolution without revoluationaries? - What we know and what we don’t know about the impact of the Internet on authoritarian states.

Ewgeny Morozov. Sprachlich etwas anstrengend, der gute Ewgeny Morozov. Ein Gedanke, der bei mir hängen blieb (muss ich aber noch darüber nachten), ist, dass ein großer Teil des Internets die Politik der Vergangenheit (also vor sagen wir mal 1990) nicht diskutiert, sondern sich zu großen Teilen mit aktuellen poitischen Aktivitäten auseinandersetzt. Dennoch die der Teil vor 90 deshalb nicht "weg" sondern beeinflusst auf jeden Fall, wenn auch unterbewusst die Taten, Gedanken und Handlungen derer, die heute über aktuelle Themen diskutieren. Des weiteren redete er darüber, ob Information einen Staat beeinflussen, ja sogar gefährden könnte. Hierbei kam die "Libertin by Information"-Therie auf den Tisch.

Ewgeny stellte dann noch Offene Fragen: Kann das Internet auch Menschen davon abhalten, an einem Umschwung teilzunehmen (Neda)? Sollten wir der in die aktuelle Infrastruktur vertrauen? Wie einfach können Regierungen die Kabel kappen? Executive a Revolution is NOT Ilke edititng Wikipedia. Everybody can't be Lenin. Und auch Gegenrevolutionen sind durch neue Medien günstiger.

Weitere Gedanken:
Können neue Medien Regierungen verbessern (Bewertung von Beamten, Wünsche der Bewohner auf Regierungsseiten, …)
Sind die neuen Medien ein Katalysator für einen sozialen Wechsel, oder Opium für die Massen?

In autoritären Staaten wird es keine "virtuelle Politik" geben. Aber warum werden von manchen solchen Regimen Wahlen und relativ unabhängige Medien erlaubt?
--> Spinternet: Regierungsbeamte beteiligen sich getarnt an Diskussionen und versuchen die Meinung in die "richtige" Richtung zu lenken. Kein Streisand, die Community wird unterwandert, und der unbekannte ist für die anderen immer noch vertrauenserweckender als die Pravda.

Crowdsourcing: war die Iran Action vielleicht eine geplante Regierungsaktion, für welche nur die Masse benutzt wurde?

Noch ein schooner Gedanke zum Schluß: one man's hackivism is another man's cyberwar

Die digitale Faszination - Vom Leben auf dem achten Kontinent.

Peter Glaser - Der gute Man hatte ja ganz nette Ansätze und interessante Piks und als Einstieg in eine solche Konferenz war der Vortrag vielleicht auch ganz nett, aber die Art des Vortrags war eben leider etwas anstrengend. Trotzdem Respekt.

re:publica

Heute nach gestrigem Anflug unterwegs im großen B. Unser Hotel direkt neben dem Checkpoint Charlie. Nicht die schlechteste Lage. Allerdings trennt uns jetzt ein Fußmarsch von ner viertel Stunde vom Friedrichsstadpalast. Dort gehz jetzt hin um den Vorträgen des heutigen Tages zu lauschen Bin mal gespannt und freu mich auf die Konferenz.