SchorschBlog: 05/2012

20.5.12

Kixka Nebraska: About me, die digitale Fassade. Identitätskonstruktion im Social Web - #rp12

Nachdem ich bereits im letzten Jahr Zeuge eines Vortrages von @kixka war und mir die Sache wirklich gut gefallen hat, bin ich natürlich auch dieses Jahr bei der rp12 wieder am Start.

Das Thema dreht sich um digitale Identitäten. Kixka erzählt über die Personal Branding Formula und die Social Web Leiter. Hiernach steigt die Bildung der Identität mit zunehmender Aktivität im Netz. Logisch, wer mehr macht ist natürlich auch sichtbarer und sticht aus der großen Masse heraus. Spätestens ab dem eigenen Blog ist man nicht nur mehr Konsument, sondern als "Schöpfer" dann natürlich voll dabei.

Aber wie werde ich in der Netzgemeinde wahrgenommen? Wie kann ich mich um meine Reputation kümmern? Der Reputationsmanagement-Kreislauf bewegt sich über das Anlegen eines Profils, dem Aufbau einer Identität über die Auswahl von Freunden, dem Pflegen und Erarbeiten einer Reputation und schließlich dem Aufbau von Vertrauen bei den Lesern. Vertrauen kommt aber nicht von ungefähr. Vertrauen bildet sich durch ständiges Wiederholen des Kreislaufes.

Soweit zur Expertentheorie. Kixka sieht die Sache etwas anders und baut ihre Argumentationskette am Thema Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung auf. Zudem kommt eine Verdoppelung des Online-Ichs und des Offline-Ichs hinzu. Liegen diese beiden Ichs zu weit auseinander entsteht Stress. Erfolgreiche Identitäten entstehen, wenn sich beide Ichs decken. Das Netz ist jedoch für viele Teilnehmer gerade deshalb so attraktiv, da diese beiden Ichs hier ohne Probleme variieren können. Die Realität zeigt, dass das Facebook-Ich meist ein reiner Spiegel des Realwelt-Ichs ist. Andere Studien versuchen Identitäten darüber zu beschreiben, was die Benutzer "geteilt" haben.

Pseudoidentitäten:
--> Lorenzo von Matterhorn
--> Marcel Wichmann

Das Internet ist so aufgebaut, dass es sich perfekt zensieren lässt. Nicht nur durch die Regierungen, sondern auch durch uns selbst.

Was sind die Konsequenzen für die digitale Identität.

Wenn Du willst, dass die die Leute kennen, dann steht auf und mach was. Ignoriere den kloutscore. Konzentriere dich auf Content und auf die Leute um dich herum.

Klarname vs. Pseudonym. Pseudonym macht mehr und wird positiver bewertet. Identity is prismatic. Wir sind wie Diamanten, je nachdem aus welcher Perspektive man hineinschaut, kommt was anderes dabei raus.

--> Hendrik Mans.de

Danke für einen wieder mal tollen Beitrag. Danke für die RL-Erwähnung meines Tweets. Bis zum nächsten Mal, Frau Nebraska!

Kixka Nebraska: About me, die digitale Fassade. Identitätskonstruktion im Social Web - #rp12

Sorry, Doppelpost.

Zum eigentlichen Post geht es hier:

--> Kixka Nebraska: About me, die digitale Fassade.

7.5.12

Bahnsteige für die Massen? #dbahn

In letzter Zeit bin ich ja ziemlich viel mit der Bahn unterwegs, wie auch so manch anderer, der ins dieses Internet reinschreibt, oder mit mit seinen Gesprächen jede Woche neu unterhält. Und ich muss da z.B. @holgi völlig zustimmen, wenn er sagt, die Bahn sein ein unglaublich überlegenes Verkehrsmittel. Für mich ist Reisen mit der Bahn in letzter Zeit unglaublich entspannend, unglaublich praktisch und vor Allem entgegen allen Unkenrufen unglaublich pünktlich.

Was mich aber stört sind die Bahnhöfe und Bahnsteige. In den europäischen Ländern, die ich bis dato besucht habe, sehe ich immer wieder saubere Bahnsteige, ohne Pipi in den Ecken, ohne Menschen, die aus verschiedensten Gründen außer dem Alkohol nichts mehr im Leben haben, ohne pöbelnde und randalierende Jugendliche. Und warum? Weil es in diesen Ländern üblich ist, dass bereits VOR Betreten des Bahnhofes ein Ticket gelöst werden muss. Ohne gültiges Ticket kein Zutritt. Nicht zum Bahnhof, nicht zu den Bahnsteigen, nicht auf die Toiletten.

Außerdem behaupte ich, dass durch diese Maßnahmen unheimlich viel Geld in Sachen Schwarzfahrerei gespart wird. Die uniformierten Beamten in den Niederlanden hatten nicht die Aufgabe Fahrscheine zu kontrollieren, sondern sorgten dafür, dass der Zug sauber war, dass die alleinerziehende Mutter den Kinderwagen nicht selbst aus dem Zug hieven musste und zusätzlich fühlte ich mich durch deren Präsenz im Zug sehr sicher.

Jetzt die Frage: Warum nicht in Deutschland? Gibt es einen mir unbekannten Grund, dass bei uns Bahnhöfe öffentlich zugänglich sind? Gibt es ein Recht auf freien Zugang zum Bahnsteig? Würde mich echt interessieren, weil ich glaube, hier könnte die Bahn mit gar nicht mal sooo großen Investitionen einen Mehrwert schaffen, der von sehr vielen Fahrgästen positiv aufgenommen werden würde.

5.5.12

Sascha Lobo @ #rp12

Der Stand des Internet 2012

Lobo ist auch so ein Ding, das man gesehen haben muss. Nicht nur wegen der Frisur, sondern auch einfach dann, wenn man mal die Lust verspürt, dumm angemacht zu werden. Aber er macht das dann doch immer wieder auf die von ihm fast perfektionierte Art, dass man hinterher einfach nicht mehr weiß, wie ernst oder nicht ernst er es eigentlich gemeint hat. Auf jeden Fall sehr unterhaltsam und was zum Spaß haben. Drum auch von mir nur ein paar unzusammenhängende Zitate, die aber glaube ich ganz gut rüberbringen, was da im Saal so abging:

"man darf sich bei SPON laut Vertrag nicht negativ über die Leute im Forum äußern. Und am Anfang denkst Du noch, das bekomm ich hin."

"Wenn ich das sage, dann mein ich nicht die Leute hier, sondern die, auf die es mir ankommt"

Der Startrant entfällt, heute nur ein Startflausch. Dieser lobt dieses Jahr die unglaublich großartigen Eroberungen der Netzgemeinde.

Nun zum Stand des Internet im Jahr 2012:

3,5 Thesen (für Internetpeople, in Richtung der Internotpeople)

1.) Das Urheberrecht interessiert deine Mutter. Nicht.
2.) Wir müssen einen Weg finden, dauerhaft mit en 30 Millionen Netznichtnutzern klarzukommen.
3.) Wir brauchen neue Narrative. Und sie müssen von euch kommen.
3.5) 2012 wird das Jahr vor dem entscheidenden Jahr


"Nur ein Blog gehört wirklich Dir. Alles andere ist nur geborgt."

"Macht 2012 zum Jahr der Blogs!"

Bester Tweet of all Times: "bratwurst im zoo. so sind die menschen."

Bestes Foto auf instagram: "Hannelore Kraft auf dem Weg in den Westfalenpark"

"Pinterest ist völlig egal"

"Und wo wir von egal sprechen, können wir über Google+ nicht schweigen"

"Youtube ist irgendwie von so Leuten, die nicht hier sind. Das ist die Generation nach uns"

"Netzpolitik ist gleich EU"

"ACTA wird auch noch halb tot Klone von sich selbst ausstoßen"

"Die Gefahr für Netzneutralität kommt von unten"

"Netzsperren sind Zombies, die immer wieder kommen"

"Das einfachste Parteimitglied ist ein missgünstiger Besserwisser. Die Piraten müssen ihr Führungsspitze stärken"

"Die digitale Demokratie muss unbedingt erforscht werden (LQFB)"

"Auf einmal ist der doof angesehen, der anonym oder pseudonym ist. Das halte ich für eine Gefahr"

"Es gibt kaum noch Qualitätstrolle!"

"Inzwischen twittert jeder Bundestagsabgeordnete schon "Hilfe ich bin in einem Shitstorm" wenn jemand mit nem bunten Avatarbild mal etwas ruppig nach der Urzeit fragt"

"Netzfolklore geht mit unglaublich auf den Senkel"

"Wir brauchen einen anderen Umgang mit Lächerlichkeit"

"Wenn man ein Buzzword nur oft genug benutzt, wir irgendwann ein Budget draus"

"Die Buzzwords für 2012: Cloud, BigData, Payment"



Wie immer mit viel Wortwitz und Publikumsbashing ein sehr unterhaltsamer Vortrag mit doch der einen oder anderen zu beachtenden These. Für mich immer wieder empfehlenswert, wenn auch nach Möglichkeit besser in nem Raum, in dem nicht 3000 Menschen sitzen und es eigentlich zu warm ist.

Der digitale Dorfplatz: privat oder öffentlich? - #rp12

Podiumsdiskussion mit Martina Pickhart (@pickihh), Christoph Kappes (@christophkappes), Sascha Lobo (@saschalobo), Ralf Lesser, Referent für Netzpolitik im Bundesministerium des Innern, Falk Lüke, (@flueke) und Jan Möller (@janmoeller).

Wir sind das Dorf, wir entscheiden über den Dorfplatz.

Der Meinungsbildungsprozess findet teilweise auf Servern statt, die privat kontrolliert werden. Hier kann sich nicht unzensiert eine Meinung bilden.

Es wird immer schwieriger "privat" und "öffentlich" zu trennen. Auch eine staatliche Plattform würde hier keinen wirklichen Nutzen bringen.

Öffentlichkeit bedeutet, dass ich nicht mehr die komplette Kontrolle darüber habe, wer etwas über mich liest oder sieht. Lobo betrachtet aber twitter z.B. nicht unbedingt als Öffentlich. Er postuliert vielmehr, dass der Öffentlichkeitsbegriff für das Internet neu geschaffen werden muss.

@PickiHH macht sich sorgen über die Infrastruktur des Netzes. Da alles in staatlicher und privater Hand ist, könnte morgen einfach alles abgeschalten werden. Ihr Vorschlag wäre, durch die Gründung einer gemeinnützigen AG diese Gefahr zu schmälern.

Auch eine Ethikkommision für digitale Öffentlichkeit könnte helfen.

Die momentane zentralisierte Struktur wird sich in 10 Jahren wieder dezentralisiert haben.

Das Bild vom digitalen Dorfplatz hat dazu geführt, dass Konzepte aus der Realwelt ins Netz übertragen wurden. Das ist so aber nicht 1:1 möglich. Wir müssen daran arbeiten, hier eine Migration zu schaffen und die Konzepte an die digitalen Gegebenheiten anzupassen.

4.5.12

Felix Schwenzel: soylent green. äh, the internet is people - #rp12

Wie glaube ich schon von mir im letzten Jahr bemerkt, gibt es Vorträge bei denen man am Besten einfach nur zuhört und sich dabei köstlich amüsiert. Die Vorträge von Herrn Schwenzel, der ja bekanntlich auch schon seit Ewigkeiten in dieses Internet reinschreibt gehören genau in diese Kategorie. Bissel was hab ich aber mitgeschreiben, damit ihr da draußen wenigstens wisst, wovon Felix geredet hat. Oder auch nicht. Oder auch wie auch immer. Oder so.

- social life
- real life
- plappern im netz
- alleinsein
- öffentlicher raum
- realität
- hexenjagd
- todesangst vor gurken
- erfindungen nach dem 30ten Lebensjahr (douglas adams)
- Argumentationen gegen Neues
- gartner hype cycle
- virtualität
- lammhirn
- die unterscheidung zwischen virtuell und real ist obsolet
- Autokinos
- #esc
- helmut schmitt
- akkuprobleme und implantate
- die entwicklung des menschen zum cyborg
- sichtbarkeit der kostenloskultur und von shitstorms
- die bratwurst als ultimativer kontrollverlust
- das internet als weltentwurf
- das internet besteht aus menschen

Blogvermarktung - #rp12

Die Blogvermarktung hat sich in den letzten 5 Jahren erst entwickelt. Seit ca. 2008 wurden die Blogger zur einflussreichen Konsumentengruppe. Die Industrie wurde auf Blogger aufmerksam und andersherum.
jil
Die werbetreibenden Unternehmen haben verstenden, dass sie Blogs in ihre Online-Kommunikation integrieren müssen. Die Blogosphäre musss sich aber noch organisieren. Es gibt keinen Ansprechpartner und so müssen Werbetreibende einen enormen Aufwand treiben, um die Blogger zu erreichen.

In der Werbung geht es um die Erziehlung von Reichweite. Hier sind Blogger eine super Zielgruppe. Die Blogger möchten aber nicht für ein paar Euro ihr Blog mit Werbung verschandeln.

Eine interessante Alternative ist das Kundenmagazin im Web als Blog.

Es gibt inzwischen eine ganze Menge mehr, als nur über Banner Geld zu verdienen (Gastbeiträge, Eventmarketing, Affiliate, Advertorials, …)

Ein Vermarkter ist zu wenig. Der Tausenderkontaktpreis ist die entscheidende Werbung. Die Besucher muss man sich aber im Vorfeld erarbeiten. Der TKP liegt bei 4,50 in Nischen auch mal zweistellig.

Interessanter als Leistung ist Wirkung. Nichenblogs sind die besten Blogs, Geld lässt sich damit aber nicht verdienen.

Macht Werbung ein Blog unglaubwürdig? Nein. Wenn der Blogger seinen Lesern trotzdem authentisch wirkt, ist das ok. Werbung muss ganz klar gekennzeichnet werden, sonst sind die Leser ganz schnell weg. Kennzeichnung weglassen geht gar nicht. Es kommt aber darauf an, in welchem Bereich man bloggt. Im Fashionbereich ist es eher normal über Marken und Labels zu bericht. Hat man ein Blog im politischen Bereich, sieht die Sache gleich ganz anders aus.

Englisch bloggen bringt deutlich mehr Reichweite. Für Werbung ist Relevanz nicht entscheidend. Werbung funktioniert, sobald sie da ist, egal in welchem Umfeld.

Große Reichweite entsteht vor Allem durch eine große Masse an Content.

Eine der interessantesten Arten der Zusammenarbeit ist Co-Creation. Gut funktioniert das in der Kosmetik. Auch im Food-Bereich und im Technikbereich ist das ein Thema.

"Macht euch exklusiv. Verkauft euch nicht an jeden scheiß!"


3.5.12

Auch mal Pause machen - #rp12

An so einem 10 Stunden Tag in Berlin muss man dann doch auch zwischendrin mal Pause machen und ein bissel Leute kucken. Das gestaltet sich am angenehmsten auf dem großen, überdachten Platz in mitten der re:publica. Alles cool hier und um Welten besser als in den letzten Jahren. Dickes Lob an die Veranstalter für die Location!!!!!111

chill

Open Innovation Perspektiven - Ein Thema , fünf Positionen - #rp12

Petra Sitte (Politik)
Politik hat die Aufgabe, Gesetze zu erlassen. Es entsteht nun ein Entwurf, dass Urheberinnen und Urheber besser gestellt werden. Dies soll durch Open Innovation passieren. Das Gesetzgebungsverfahren soll nicht hinter verschlossenen Türen sondern öffentlich stattfinden um mehr Expertise in das Thema einzubringen und Lobbyisten auszuschliesen. Urheberrecht ist eines der wichtigsten Themen der digitalen Welt. Deshalb soll hierfür OI als Prozess genutzt werden.
Die Breite der Gesellschaft kann involviert werden, indem alle Protagonisten mit einbezogen werden.
Eine Grundsatzfrage: WEM soll Open Innovation dienen?


Wolfgang Both (Verwaltung)
Die Aufgabe der Verwaltung ist es, das umzusetzen, was die Legislative vorgibt. Wir sind aber gerade dabei, neue Formen der Gesetzesentwicklung zu finden (z.B. ACTA). Hierfür benötigen wir aber Zeit und Konferenzen wie die re:publica. Dass wir hier schon am Ziel sind, ist falsch, der Weg ist aber bestritten.
Das Projekt von Herrn Both ist ein Projekt zur Öffnung der Datenbestände. Er verwendet hier die Methapher der Walnuß, die es noch zu knacken gilt. Im Prinzip Open Data benötigen wir einen Nußknacker, der es uns erlaubt, an die Daten zu kommen. Auf dieser Informationsbasis ist dann auch Open Government möglich. Was jetzt fehlt, ist ein Feedback. Welche Datensätze sind von besonderem Interesse?
Der Datenschutz muss dabei gewahrt werden. Dies sind keine offenen Daten. Auch Sicherheitsrelevante Daten bleiben im Gegensatz zu Wikileaks geschützt. Alle restlichen Daten der öffentlichen Hand sind frei. Und frei auch im Sinne von Lizenzfrei. Hier muss eine ordentliche Rechtsgrundlage geschaffen werden.

Uli Schurr (Forschung)
Open Innovation ist ein Teil des Gesamtprozesses, nicht der Prozess selbst.
Das Problem von Open Data ist ein Problem der Qualität und der langfristigen Verfügbarkeit.
Herausforderungen an ein Innovationssystem sind Wissen schaffen, Lösungskompetenz zu erwerben und Lösungen zu schaffen. Hier müssen neue Möglicheiten und Werkzeuge her. OI ist eine Möglichkeit hierzu um Wissen zu Nutzen, Innovativ zu sein und ein interessantes Arbeitsumfeld zu gestalten. Die Zeit läuft und die Forschung muss sich im Bereich OI noch mit vielen Hürden herumschlagen.
Forschung muss sich auch positionieren im Bereich internation property rights. Bei uns gibt es keine Vorgaben zur Erreichung von Patenten. Bei uns wird nur patentiert, was auch einen Verwertungsplan hat.
Open Innovation kann nur in Teilbereichen mit Open Innovation funktionieren, das wirtschaftliche Interessen dem offenen Gedanken gegenüber stehen.
Es geht nicht darum, ob wir OI brauchen. Es geht darum, dass wir Lösungen brauchen. Es geht nicht um den Prozess. Es geht um das Ergebnis.


Sven John (Wirtschaft)
Wenn man sich die Benühungen der Amerikaner anschaut, merkt man, dass die Tiefe in der Informationsversorgung fehlt. Service Dominant Logic: Der Mensch wird so in die Wertschöpfungskette eingebunden, dass er am Produkt mitgestalten kann. Dies könnte so in der Politik auch geschehen. Aber: Nicht jeder ist kompetent, die destruktiven Kräfte sind oft viel stärker.
Der Fluß ist schon da. In Essen wurde öffentlich ein Haushalt diskutiert und ein Vorschlag für einen Haushalt erarbeitet. Die Bevölkerung hat hierbei enorme Einsparungen erarbeitet. Die Aktzepanz in der Bevölkerung war extrem hoch.
Es gilt, Erfahrungen auf kommunaler Ebene zu sammeln und dann später auf großer Ebene zu portieren.
Für viele gute kleine Beispiele fehlt entsprechendes Promoting. Der Fokus geht zu sehr auf die großen Projekte (fixmystreet.co.uk).
Sven John stellt das Peoples Car Project vor. Dies ist das erste OI Projekt für Volkwagen und in dieser Größe einzigartig. Hier sind 7.000.000 User angemeldet um gemeinsam mit dem Volk ein Auto zu entwickeln. Laufzeit der Plattform 18 Monate (sehr lange). Es geht am Ende nicht darum EIN Auto zu bauen, sondern die manigfaltigen Ideen der Chinesen kennen zu lernen.

Denny Vrandečic
Kurz vor der Präsentation von Denny musste ich den Saal verlassen. Mittag. Sry.

2.5.12

Ich glaube, wenn Du den Kopf triffst, sind die am meisten tot - #rp12

Computerspiele stellen ihre NutzerInnen vor sprachliche Herausforderungen: Kopräsente wie virtuell vernetzte MitspielerInnen müssen in kürzester Zeit über Sachverhalte informiert werden, von deren Existenz Lexika nicht das Geringste wissen. Für Spielerfolg und Medienaneignung ist gelungene Kommunikation essentiell. Computerspiele stellen somit ein hochgradig produktives Feld sprachlicher Innovationen dar. Der Vortrag gibt anhand von Gesprächsausschnitten aus unterschiedlichen Spiel/Genre-Konstellationen Einblick in die Spezifika computerspielbegleitenden Sprechens und die mit ihnen einhergehenden Lernprozesse. (Quelle: re:publica)

Frau Dr. Judith Ackermann hat für ihre Dissertation verschiedene Lan-Parties veranstaltet und hierbei Studien durchgeführt. Zudem wurden Eltern beobachtet, die mit ihren Kindern auf der Konsole gespielt hatten und Jugendliche beim gemeinschaftlichen Fifa12 zocken in Zweiterteams.

Ausgewertet wurde z.B. welche Themen bein Lan-Parties besprochen werden. Fast niemand sagt hier gar nichts, die meisten sprechen über Spielhilfen und die Taktik.

Sehr amüsant hierbei die Gesprächsprotokolle. Hier wurden die Gespräche kommunikativ-wissenschaftlich analysiert. Ganz interessant, was man aus wissenschaftlicher Sicht so alles in die Gespräche von Gamern interpretieren können.

F: "Wie schießt man denn?"
A: "Auf links"
A: "Sach mal spinnst du?"
F: "Tschuldigung"

Fazit Keiner liest die Bedienungsanleitung und verlässt sich auf seine Kumpels, die ihm das Spiel schon erklären werden. Je erfahrener die Teilnehmer sind, desto mehr Fachtermini werden verwendet umd so effektiv wie möglich zu kommunizieren.

Hier lassen sich Brücken schlagen ins Unternehmen. Wie gehen Benutzer mit SoMe als Spiel um. Wie können sich Benutzer hier gegenseitig unterstützen. Benötigen Unternehmen eine Bedienungsanleitung für ihre Social Media Nutzer? Werden Hilfen überhaupt registriert?

Toller Vortrag, über den ich noch intensiv nachdenken muss. Da ist auf jeden Fall auch für uns einiges an Fleisch drin.

Creative Internet Business: Made in Germany? - #rp12

So richtig ist Deutschland in Sachen kreatives Internet noch nicht angekommen. Die großen Akteure in diesem Umfeld kommen aus anderen Ländern, das Kapital ebenfalls.

Wie kann unser Land hier agieren, welche Rolle spielt Berlin in diesem Spiel und was können die Unternehmen des Landes tun, um die situation zu verändern und Deutschland aus der digitalen Diaspora herauszuführen.

In der Podiumsdiskussion mit Thomas Knüwer, Jens Begemann, Andreas Thümmler, Björn Böhning und Heiko Rauch geht es genau um diese Themen.

Da Podiumsdiskussionen immer nur sehr schwer zusammenzufassen sind, anbei einige Zitate. Vielleicht vermittelt euch das ja ein bissel von dem, was da auf der Bühne abging.

"Der mit der Krawatte ist immer der Politiker."

"Wir haben uns gefragt, wie können wir als Investoren mit einer Plattform zum Crowdfunding beitragen - UFOstart."

"Wir versuchen die Crowd zu aktivieren. Das sind die besten Geschäftmodelle, wenn Du es schaffst den Longtail zu erreichen."

"Crowd-Financing ist mit Sicherheit ein Megatrend. Ob man damit schnell Geld verdienen kann, möchte ich mal bezweifeln."

"Es gibt auch viel Potential in Deutschland."

"Wenn wir nur versuchen das Silicon Valley zu immitieren, dann hinken wir immer hinterher. Wir sollten uns auf die Stärken von Berlin und Deutschland konzentrieren. Eine große Stärke ist hier die Internationalisierung bei uns. In Berlin ist es einfacher Leute aus unterschiedlichen Nationen zu finden, als in den USA."

"Wir suchen Mitarbeiter nicht in Berlin, sondern für Berlin. Berlin ist immer noch sexy. Es ist immer noch bezhalbar und sehr kreativ."

"Wir haben das in Berlin einfach geschehen lassen. Danach haben wir mit Förderprogrammen versucht, spezifische Dinge zu unterstützen. Jetzt erst mal weiter wachsen, dann erst über Probleme reden."

"Ich bin nicht die netzpolitische Muppetfigur des Berliner Senats"

"Die Rahmenbedingung in Deutschland sind ok. Daran wird es nicht scheitern. Eher daran, dass ich ein Produkt einfach nicht verkaufen kann."

"Je mehr sich die Politik aus der Sache heraushält, desto besser ist das. Die Internetbranche benötig hier keine Unterstützung. Steuererleichterungen könnten helfen."

"Förderprogramme sind überflüssig. Die sind für niemanden eine zusätzliche Motivation. Hiermit sollte man lieber schulden abbauen. Es würde aber helfen, wenn bei neuen Themen in der Politik mehr über die Chancen geredet würde und weniger über die Risiken."

"Es ist auch ein Bildungsthema. Es muss mehr Entrepreneuship in der Gesellschaft stattfinden. In der Schule sollte nicht nur auswendig gelernt werden, sondern den Schüler soll gezeigt werden, wie man einfach mal macht."

"Crowdfunding ist ein Trend, birgt aber durchaus auch Gefahren."

"Man muss noch lernen, welche Produkte sich besonders für Crowdfunding eignen. Es ist noch zu früh zu beantworten, ob CF auch für B2B funktioniert"

"Es geht nicht nur um Geld, sondern in erster Linie um Execution."

"Das Bild, das in weiten Teilen der Bevölkerung herrscht ist ein anderes, als das, welches in Talkshows gezeigt wird (zum Thema Urheberrecht)"

"Es ist wichtig, dass die Bevölkerung merkt, ob es darum geht, einen Kreativen zu schützen, oder um es darum geht, wirtschaftliche Interessen einer großen Gesellschaft durchzusetzen."

"Ein paar altmodische Leute kommen halt zu spät drauf und verschwinden vom Markt."

"Wir sind heute in der Politik weiter, als das 2009 zu Zeiten der Netzsperren-Debatte gewesen ist"

"Es ist wundervoll, dass die Zuwanderung von Hochqualifizierten in Deutschland so einfach ist."

Alles bleibt schneller - #rp12

Gleich zu Anfang positiv überrascht zu werden ist doch echt ne klasse Sache. So auch heute morgen auf der re:publica, als alle, die ihr Ticket schon ausgedruckt hatten, in der sogenannten "Fast-Lane" dem Schlangestehen entgehen konnten und einfach links vorbei zum 3-Tages-Armband gelangten.

Man lernt doch mit der Zeit dazu. Auch der neue Austragungsort sieht auf den ersten Blick echt nett aus, da im Zentrum eine große, schwarze Pyramide mit unendlich vielen Steckdosen platziert ist. Nur das WLAN schwächelt dann doch noch etwas. Vielleicht bekommen die Mädels und Junx das ja noch hin.

Nun auf zur ersten Session und mal kucken, was Herr Beckedahl dieses Mal zu sagen hat.