SchorschBlog: Til Kreutzer - Wir sind der Urheber - #rp11

14.4.11

Til Kreutzer - Wir sind der Urheber - #rp11

Das Internet hat die Anforderungen an das Urheberrecht grundsätzlich verändert, leider hat sich das Urheberrecht nicht verändert.

Tatsächliche Entwicklung: Schaffensrealität verändert sich zu einer "Remix-Culture". Kreativität 2.0: Man bedient sich fremder Inhalte um sich damit kreativ auseinander zu setzen und dabei etwas neues zu erschaffen. Dies wiederspricht dem elementaren Grundgedanken des Urheberrechts (Zustimmungsgebot, "all rights reserved", Rechtemanagement).
Außerdem verändert sich Kreativität von einer individueller zur einer kollektiven Schaffenskraft, Kreativität und Intelligenz. So etwas gab es in der Geschichte noch nie, da die jetzt vorhandenen technischen Möglichkeiten fehlten. Aus dem einsamen Poeten wird ein gemeinsames Werk vieler. Der User verändert sich immer mehr zum Producer.

Somit wird das Urheberrecht von einem ursprünglich für Profis (Juristen und Firmen) konzipierten Gesetz zu einem Gesetz der Masse. Es entsteht ein Generationenkonflikt. Was nicht verstanden wird, führt zu Unverständnis. Warum etwas illegal ist, wird nicht verstanden und nicht akzeptiert. In der Anonymität des Netzen kann der Durchsetzung des Gesetzes aber nicht Nachdruck verliehen werden. Deshalb wird sich dieses Gesetz nicht mehr behaupten können und muss verändert werden. Die Grundprinzipien des bestehenden Gesetzes stammen aus den Anfängen des 20ten Jahrhunderts. Sehr auf den Rechteinhaber fokussiert. Dies widerspricht den Interessen der Allgemeinheit. Überbordende Schutzrechte schaden den modernen Schutztechniken und der Wissenschaft sowie Innovationen und dem gesellschaftlichen Fortschritt und verhindern Investitionen. Kreutzer sieht eine Diskussion der Politik über die Überarbeitung des Urheberrechtes als unabdingbar.

Seine Vorschlage:
- Legalisierung von digitalen Kulturpraktiken durch Schankenbestimmungen für "transformative Werknutzungen", denn diese beeinträchtigen die "normale Auswertung" der Vorlagen nicht.
- kein Feintuning, sondern grundlegend neuer Ansatz ist angesagt.

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